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	<title>Meine Heimat Archive - Autorin Anett Theisen</title>
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	<title>Meine Heimat Archive - Autorin Anett Theisen</title>
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		<title>Wegbereiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anett]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jan 2026 13:51:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Achtung]]></category>
		<category><![CDATA[Spuren]]></category>
		<category><![CDATA[Wegbereiter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schnee ab Haustür! Das muss genutzt werden! Die vortags angelegte Loipe allerdings war schon wieder verweht. Nochmaliges anstrengendes Spuren war angesagt und so reichten die Kräfte nur bis in den&#8230;&#160;<a href="https://anett-theisen.de/2026/01/06/wegbereiter/" rel="bookmark">Mehr lesen &#187;<span class="screen-reader-text">Wegbereiter</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anett-theisen.de/2026/01/06/wegbereiter/">Wegbereiter</a> erschien zuerst auf <a href="https://anett-theisen.de">Autorin Anett Theisen</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Schnee ab Haustür! Das muss genutzt werden!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vortags angelegte Loipe allerdings war schon wieder verweht. Nochmaliges anstrengendes Spuren war angesagt und so reichten die Kräfte nur bis in den Königshainer Wald. Immerhin, möchte ich sagen, das letzte sportliche Unterfangen dieser Art ist mangels weißer Unterlage zum nutzbaren Zeitpunkt ein paar Jährchen her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Rückweg merke ich dann auch, was mir auf dem Hinweg gar nicht auffiel: Auf einmal habe ich Gegenwind &#8211; und meine Spur ist vielerorts erneut verweht. Das letzte Stück allerdings liegt, sacht abwärts geneigt, windgeschützter und meine Hoffnung auf echten Lamglaufgenuss steigt &#8230;</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8230; und findet ein jähes Ende</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da hat sich doch jemand über meine angelegte Loipe gefreut &#8211; und ist statt mühselig auf dem Weg selbst Spuren anzulegen, dem von mir bereiteten Weg quer übers Feld gefolgt. Nur leider nicht mit Langläufern, sondern zu Fuß. Meine Loipe ist dahin und mit ihr das schöne Gleiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, ob ich mich mehr über die zerlatschte Loipe ärgern soll &#8211; oder mich freuen, dass ich Unbekannten den Weg erleichtert habe. Die Überlegung, ob neues Spuren oder das Beste aus der zerstörten Loipe zu machen sei, führt die Wahl auf Letzteres. Das Ende ist absehbar und lässt allenfalls noch eine weitere Nutzung der Loipe zu, bevor der Schnee fast über Nacht verschwinden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein kleiner bitterer Nachgeschmack aber bleibt: </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viel Achtung haben wir vor den Spuren unserer Mitmenschen, die wir tagtäglich kreuzen?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anett-theisen.de/2026/01/06/wegbereiter/">Wegbereiter</a> erschien zuerst auf <a href="https://anett-theisen.de">Autorin Anett Theisen</a>.</p>
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		<title>Über sieben Brücken musst Du geh&#8217;n</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anett]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 19:03:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Via Porphyria]]></category>
		<category><![CDATA[Brücken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um die Via Porphyria komme ich ja nicht herum. Zumindest nicht, wenn ich &#8222;Wald&#8220; möchte. Mittlerweile aber gibt es Varianten: die stärker frequentierte Talversion oder die anstrengendere Bergvariante. Von jeher&#8230;&#160;<a href="https://anett-theisen.de/2025/01/05/ueber-sieben-bruecken-musst-du-gehn/" rel="bookmark">Mehr lesen &#187;<span class="screen-reader-text">Über sieben Brücken musst Du geh&#8217;n</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anett-theisen.de/2025/01/05/ueber-sieben-bruecken-musst-du-gehn/">Über sieben Brücken musst Du geh&#8217;n</a> erschien zuerst auf <a href="https://anett-theisen.de">Autorin Anett Theisen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Um die Via Porphyria komme ich ja nicht herum. Zumindest nicht, wenn ich &#8222;Wald&#8220; möchte. Mittlerweile aber gibt es Varianten: die stärker frequentierte Talversion oder die anstrengendere Bergvariante. Von jeher bin ich Rundwegen mehr zugeneigt als Hin- und Rückweg auf der gleichen Strecke. Da weiß ich schließlich von vornherein, was mich auf dem Heimweg noch oder vielmehr wieder erwartet. Gut, dieses Argument zählt hier nicht, ich weiß sowieso ganz genau, was mich erwartet. Es sei denn, es ist mal wieder ein Baum umgefallen und erfordert Kreativität beim Umgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Morgens vom oben angeführten Song inspiriert, nahm ich die Hände zuhilfe und zählte Brücken. Eigentlich hatte ich es mir einfach machen wollen. Da passte es nicht &#8211; ich kam auf 8 Brückenüberquerungen bei &#8222;Mehrfachbegehung&#8220;. Bei geschickter Kombination von Berg- und Talvariante &#8211; galt es doch auch die Wetterverhältnisse zu beachten, um den steilen Abstieg zu vermeiden &#8211; aber ergab sich genau die Zahl 7 &#8211; noch dazu würde jede Brücke nur einmal überschritten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gesagt, getan. Mit Start an der Bushaltestelle Markersdorf/Museumsbahnhof (ehemals Carolapark) ergibt sich folgende Runde mit den jeweiligen Brücken:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>B 107 &#8211; Dorfbach Markersdorf</li>



<li>Chemnitztal-Radweg &#8211; Mündung des Dorfbaches Markersdorf &#8211; bis zum Haltepunkt Amselgrund</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Hier verlasse ich den Chemnitztalradweg und folge der Ausschilderung nach Diethensdorf über den Wurzelberg. Jetzt bin ich zwar auf der ursprünglichen Via Porphyria, laufe jedoch entgegen der ausgeschilderten Laufrichtung. Dieses abwechslungsreiche, aber auch sehr steil aufsteigende Wegstück hoch über die Chemnitz enthält nur eine kleine, althergebrachte Brücke auf dem Fahrweg zu den Kleingärten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Betonbohlenbrücke über den Amselgrundbach</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">In Diethensdorf geht es auf der Straße in Richtung Chemnitz bergab und kurz bevor ich auf den Chemnitztal-Radweg einschwenken kann, erwartet mich die nächste Brücke:</p>



<ul class="nv-cv-m wp-block-list">
<li>über den Mühlgraben</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die schönsten Brücken aber sind die beiden großen Eisenbahnbrücken im Chemnitztal, deren Überquerung den Museumsbahnfahrten vorbehalten ist. Neben beiden wurden eigenständige Fußgängerbrücken für den Radweg errichtet. Ob die Brücken offizielle Namen haben, weiß ich nicht. Bei mir heißen sie:</p>



<ul class="nv-cv-m wp-block-list">
<li>Brücke am Mühlgrabenwehr (Foto unten)</li>



<li>&#8222;Biberblick&#8220;-Brücke (Titelbild)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzte Brücke auf meiner Runde ist unscheinbar und leicht zu übersehen. Nur ein kleines Geländer weist auf den schmalen</p>



<ul class="nv-cv-d nv-cv-m wp-block-list">
<li>Amselgrundbach</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">hin, kurz bevor ich wieder am Haltepunkt Amselgrund bin. Hier wechsele ich erneut auf die andere Seite der Schienen und folge nun der Via Porphyria steil bergauf zum Hockstein und an der Bärenhöhle vorbei zurück nach Markersdorf, wo meine Rundtour an der Bushaltestelle endet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bleibt nur noch die Frage, wie sich die sieben Brücken in Songtext und Realität verknüpfen. Zum Philosophieren bleibt auf dieser Runde jedenfalls ausreichend Zeit. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="700" height="525" src="https://anett-theisen.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_4465-700x525.jpg" alt="" class="wp-image-3735" srcset="https://anett-theisen.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_4465-700x525.jpg 700w, https://anett-theisen.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_4465-300x225.jpg 300w, https://anett-theisen.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_4465-768x576.jpg 768w, https://anett-theisen.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_4465-1536x1152.jpg 1536w, https://anett-theisen.de/wp-content/uploads/2025/01/IMG_4465.jpg 2016w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></figure>
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		<title>Froststarre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anett]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Feb 2023 22:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rochlitzer Porphyrgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Frost]]></category>
		<category><![CDATA[Schnee]]></category>
		<category><![CDATA[Specht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er verhielt an der Waldecke. Seiner Brauner schnaubte Dampfwolken wie ein kleiner Drache. Auch das Fell dampfte in der schneidend kalten Luft. Zu lange sollte er das erhitzte Pferd nicht&#8230;&#160;<a href="https://anett-theisen.de/2023/02/17/froststarre/" rel="bookmark">Mehr lesen &#187;<span class="screen-reader-text">Froststarre</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Er verhielt an der Waldecke. Seiner Brauner schnaubte Dampfwolken wie ein kleiner Drache. Auch das Fell dampfte in der schneidend kalten Luft. Zu lange sollte er das erhitzte Pferd nicht ohne Bewegung im scharfen Wind stehen lassen, dachte er. Er zog den dicken Mantel enger um seine Schultern und warf einen kontrollierenden Blick nach hinten. Das Kleidungsstück lag noch immer über der Kruppe ausgebreitet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Leise knirschte der Schnee unter den unruhigen Tritten des Pferdes. Mit hoch erhobenem Kopf, aufgewölbtem Hals und geblähten Nüstern witterte es zum Dorf hinüber. Dieses lag trotz der späten Morgenstunde noch in tiefer Stille. Kaum ein Geräusch drang zu ihm herüber. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Sonne von einem wolkenlosen, stahlblauen Himmel strahlte, lagen Wald und Feld in eisiger Kälte. Das Leben rundum schien erstarrt. Aber das war üblich im Februar. Und es täuschte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da, wo die Sonnenstrahlen auf seine schwarz behandschuhten Hände trafen, entwickelten sie eine deutlich fühlbare Wärme. Ein untrügliches Zeichen für den nahenden Frühling. Er meinte zu spüren, wie sich unter dem Schnee das neue Leben regte, der Saft in die Bäume zu steigen begann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich trommelte irgendwo nahe über ihm ein Specht. Kaum waren die Töne verklungen, antwortete ein anderer Specht aus dem Hain überm Feld. Einander abwechselnd, echoten sie das energische Klopfen seines Herzens. Zum ersten Mal seit langem klopfte es vor Glück. Wie oft hatte es in höchster Not und Angst gepocht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es schien ihm ein Omen zu sein, ein gutes, dass ihn gerade die Spechte begrüßten. Es erinnerte ihn an den letzten Winter und einen Kameraden, der ihn damals auf das Klopfen der Spechte dort aufmerksam gemacht hatte. &#8222;Sie fordern dich auf, deinem Herzen zu folgen&#8220;, hatte der ihm damals mit einem feinen Lächeln gesagt. Es waren keine Spechte nötig gewesen, um ihm zu sagen, was er tun sollte, als er aufgebrochen war. Aber er würde ihre Mahnung wichtig nehmen. Von nun an würde er immer, wenn er einen Specht hörte, überprüfen, ob er gerade das Richtige tat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesmal war es richtig. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der lange Ritt nach Hause hatte sich gelohnt.</p>
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		<item>
		<title>Geheimnisse</title>
		<link>https://anett-theisen.de/2023/01/15/geheimnisse/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anett]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2023 15:23:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Caminica]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Chemnitz]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Chemnitz habe ich schon viele Geheimnisse anvertraut. Wie oft saß ich in Gedanken versunken an ihrem Ufer. Wie oft habe ich kleine Papierfaltboote in ihre Fluten gesetzt, beladen mit&#8230;&#160;<a href="https://anett-theisen.de/2023/01/15/geheimnisse/" rel="bookmark">Mehr lesen &#187;<span class="screen-reader-text">Geheimnisse</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anett-theisen.de/2023/01/15/geheimnisse/">Geheimnisse</a> erschien zuerst auf <a href="https://anett-theisen.de">Autorin Anett Theisen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Chemnitz habe ich schon viele Geheimnisse anvertraut. Wie oft saß ich in Gedanken versunken an ihrem Ufer. Wie oft habe ich kleine Papierfaltboote in ihre Fluten gesetzt, beladen mit Wünschen und Hoffnungen, die schon in der ersten Stromschnelle kenterten und untergingen. Wie oft habe ich Steine hineingeworfen, eingedenk des folgenden Zitates: </p>



<blockquote class="nv-cv-d nv-cv-m wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Die Seele eines Menschen ist wie ein See. Wenn man einen Stein hineinwirft, wird er unruhig, es gibt Wellen. Irgendwann beruhigen sich die Wellen und die Oberfläche ist wieder glatt, aber auf dem Grund bleibt der Stein für immer liegen.</p>
<cite>(Unbekannt)</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wellen, die ein Stein, den man in die Chemnitz wirft, schlägt, beruhigen sich sofort. Mitgerissen von der Strömung haben sie kaum eine Möglichkeit, ihre Kreise zu ziehen. Ähnlich ergeht es dem Stein. Nur selten findet er Ruhe auf ihrem Grund. Je nach Größe, Masse und Angriffsfläche wird er beim nächsten Hochwasser, wenn die Fluten reißend um die Felsen fließen, seinem Ruheort enthoben und davongetragen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nichts, was ihr nicht dienlich ist, bleibt an seinem Ort. Selbst das, was bleibt, formt sie auf ihre Weise, passt sie ihrem Lauf und Gemüt an: Nichts, was sie einmal berührte, ist hinterher noch so, wie es war, als es in sie hineingeworfen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe ihre tausend Gesichter bereits gesehen &#8211; und doch freue ich mich jeden Tag, ihr Gesicht wieder zu sehen. Denn auch wenn sie scheinbar unverändert ihrem Lauf folgt, so hat sie doch jeden Tag neue Facetten. Da glitzert das Licht anders auf der Strömung, weil die Sonne etwas höher steht. Da wabern Nebelfetzen über ihrem Bett, dass man unwillkürlich Ausschau nach dem &#8222;Erlkönig&#8220; hält. Manchmal erzählt sie leise und verträumt flüsternd von lauen Sommerabenden und frühen Morgenstunden. Manchmal droht sie mit herrischem Rauschen, während ihre Wasser wild um die Felsen spülen und ausgewachsene Bäume umherwirbeln wie Stöcke. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Name Chemnitz, &#8222;Caminica&#8220;, ist nördlich der gleichnamigen Stadt Programm. Besonderheit reiht sich an Kuriosum und wird, in meinem Erleben, immer mehr zur Allegorie auf das Leben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf mein Leben.</p>
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		<title>Ein Pilgerpfad vor der Haustür</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anett]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2023 14:30:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Via Porphyria]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Pilgern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich laufe ich fast jeden Tag darauf herum, seit ich unversehens „auf den Hund gekommen“ bin. Aber es braucht noch einen Besuch auf dem Rochlitzer Berg und die dort befindliche&#8230;&#160;<a href="https://anett-theisen.de/2023/01/15/ein-pilgerpfad-vor-der-haustuer/" rel="bookmark">Mehr lesen &#187;<span class="screen-reader-text">Ein Pilgerpfad vor der Haustür</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anett-theisen.de/2023/01/15/ein-pilgerpfad-vor-der-haustuer/">Ein Pilgerpfad vor der Haustür</a> erschien zuerst auf <a href="https://anett-theisen.de">Autorin Anett Theisen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich laufe ich fast jeden Tag darauf herum, seit ich unversehens „auf den Hund gekommen“ bin. Aber es braucht noch einen Besuch auf dem Rochlitzer Berg und die dort befindliche Infotafel zur „Via Porphyria“, um mir diesen Fakt aufzuzeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr brauchte es dann nicht, die Begeisterung lag auf der Hand: Pilgern vor der eigenen Haustür, Land und Leute der näheren Umgebung (wieder) kennenzulernen und im Fall der Fälle wäre eine Rückkehr ohne großen Aufwand zu bewältigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Junior, dem ich eigentlich Ferienfreizeit bei Oma oder dem Papa anheimstellen wollte, rief, noch bevor er vom eigentlichen Weg erfahren hatte, nur auf das Wort „Wandern“ hin, aus:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh Mama, darf ich wieder mit!?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blieb nur noch die Frage, ob der betagte Hund den Strapazen gewachsen sein würde. Sieben Tage vor dem Start der Wanderung kugelte ich mir während einer Trainingseinheit des Hundes &#8211; auch Spaziergang genannt &#8211; sehr unpassend den linken Arm aus und musste eine Schiene tragen. Aber, wer will, findet Wege und sogar die zu spät bestellten Pilgerausweise trudelten im allerletzten Moment rechtzeitig ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu bemerken wäre noch: Die Frau hat ihren eigenen Kopf. Die &#8222;Via Porphyria&#8220; ist zwar als Rundweg angelegt, aber ganz der Pilgerwegtradition folgend, nur in <em><strong>einer</strong></em> Laufrichtung beschildert. Rebellisch entschied ich mich dafür, genau entgegengesetzt zu laufen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kann doch so schwer nicht sein.</p>
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		<title>Die Wand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anett]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2023 12:02:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Rochlitzer Porphyrgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er träumte von ihr. Seit Stunden schon lag er wach und starrte an die vertrauten Konturen seiner Zimmerdecke. Aber er sah weder die Wellen und Kämme mit denen sich das&#8230;&#160;<a href="https://anett-theisen.de/2023/01/15/die-wand/" rel="bookmark">Mehr lesen &#187;<span class="screen-reader-text">Die Wand</span></a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Er träumte von ihr. Seit Stunden schon lag er wach und starrte an die vertrauten Konturen seiner Zimmerdecke. Aber er sah weder die Wellen und Kämme mit denen sich das Stroh-Lehm-Gemisch an den Balken festklammerte, noch die traurig ausgefranste Tapete, mit der er versucht hatte, ihm Ebenmaß zu verleihen. Es war nicht wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig war sie. Seine Königin. Klein und unbedeutend im Vergleich zu den anderen. Von denen er auch träumte und die er zu erobern trachtete, später. Irgendwann. Aber noch galt all sein Sehnen ihr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Glatt und makellos erhob sie sich vor seinem geistigen Auge, meinte er sie unter seinen Fingerspitzen zu fühlen. Seine Hände schlossen sich im Reflex und sandten neben einem sachten „pluff“ und dem wohlig daunenweichen Gefühl seiner Bettdecke auch einen Hauch nach Frühlingsduft in den eisigen Atem der Nacht vor seinem Gesicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mutter hat das Bett neu bezogen, dachte er vage. Als ob ich ein kleines Kind wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rebellisch warf er die Decke von sich, nur um sie Sekunden später fröstelnd wieder über seinen Oberkörper zu ziehen. Im Zimmer war es lausig kalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Weile lag er still in seinem warmen Nest, gefeit vor dem Frost der Winternacht. Träge bewegte er Füße und Zehen im Takt mit dem überlauten Ticken der Uhr aus der Küche auf der anderen Seite des kleinen Flures. Nicht einmal die Tür dazwischen konnte dem steten Vertropfen der Zeit Einhalt gebieten. Und doch musste er eingeschlafen sein. Eigentümliche Helle drang wattig sanft durch das winzige Fenster und schälte die Konturen der wenigen Möbel aus der Dunkelheit. Einen Augenblick fürchtete er, verschlafen zu haben, nahm er die Helligkeit als Zeichen des beginnenden Tages und richtete sich auf. Noch nicht, signalisierten die schwach schimmernden Zeiger des uralten Weckers auf seinem Nachttisch. Nicht Tag, nur Schnee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seufzend ließ er sich in das Kissen zurückfallen und wandte sich wieder seinen Träumen zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die frostige Stille seiner Kammer wich einem leichten Frühlingswind, dem Rauschen der Kiefern und der Schwingen der Raben über seinem Kopf. In ihr heiseres Schreien, das in seinen Gedanken widerhallte, mischte sich das Gefühl von ihr unter seinen Fingerspitzen, manchmal kühl, manchmal sonnenwarm, aber immer glatt und fast seidig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder seufzte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie war nicht groß. Sie war nicht bekannt, nicht berühmt und nicht berüchtigt. Sie war nicht die Nordwand des Eigers, nicht die Watzmann-Ostwand, nicht El Capitan, nicht die Diamir- oder die Rupalflanke, nicht die schieren Fels- und Eiswände der Torres del Paine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie war unvergleichbar mehr. Sie war sein. Sie würde die Seine sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber sie war verboten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://anett-theisen.de/2023/01/15/die-wand/">Die Wand</a> erschien zuerst auf <a href="https://anett-theisen.de">Autorin Anett Theisen</a>.</p>
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